Chaos, Umbruch und partnerschaftliche Kooperation

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Durch.Denken / Entwickeln
Workshopkonzeption in Berlin

Ein Blogbeitrag von Joachim Kobuss zu Abakus & Luftikus

Der ungarische Autor, Systemtheoretiker und Wissenschaftsphilosoph Ervin László hat in seinem Buch „Macroshift“ (USA 2001/D 2003) eine „Chaossprungphase“ prognostiziert – ausgelöst von extremen Belastungen infolge politischer Konflikte, der Anfälligkeit der Wirtschaft, gesellschaftlicher Unsicherheit, finanzieller Volatilität und wachsender Probleme mit dem Klima und der Umwelt. Er schrieb: „Die fortschreitende Globalisierung der Wirtschaft, verbunden mit intensiverem Kontakt völlig uneinheitlich ausgeprägter Kulturen und Gesellschaften, drängt zu einer unabdingbaren Entscheidung. Wenn die […] Abläufe unverändert andauern, wird der weltweite Zusammenbruch folgen.“ Er folgert aber auch, dass das Wesen der daraus hervorgerufenen Transformationen nicht schicksalhaft ist und es in einem chaotischen System alternative Evolutionspfade gibt: eine Zusammenbruchs- oder Durchbruchsperiode. Wohin wir gehen werden, ist in Anbetracht jüngster Ereignisse ungewiss. Die Chance zum Durchbruch besteht!

Utopien sind es, die einen Umbruch zum Durchbruch ermöglichen
Der Designtheoretiker Friedrich von Borries stellt in seinem Beitrag „Design als Intervention“ (im Kursbuch 184) gemeinsam mit der Philosophin Mara Recklies fest: „Design kann auch Möglichkeitsräume aufzeigen und so Utopien entwerfen.“ Utopien sind es, die einen Umbruch zum Durchbruch ermöglichen. Der Soziologe Oskar Negt hat dies in seinem Buch „Nur noch Utopien sind realistisch: politische Interventionen“ treffend analysiert. Dazu braucht es Emanzipationsbewegungen, die ein aufgeklärtes Denken pflegen und politische Urteilskraft entwickeln. Hier können partnerschaftliche Kooperationen helfen – mit dem Ziel, Chancen zu nutzen und einen Beitrag zum Durchbruch zu leisten.

Partnerschaftliche Kooperationen
Diese können sich finden und entwickeln, wenn sie qualitativ wachsen – vor allem in der Zusammenarbeit, der Kommunikation. Das heißt, sich von Anbeginn die Unterschiedlichkeit bewusst machen – der Individuen, die sehr verschieden sind, weit davon entfernt, homogen zu sein. In einem dialogischen Prozess genau dieser Individualität Raum lassen, sich kennen, respektieren und vor allem aushalten lernen. Und wenn Sie dies reifen lassen, wird sich Ihnen fortwährend das Gemeinsame zeigen. Dieses Verbindende ist mehr, als vorher ersichtlich war. Das wertvollste Gut ist die Heterogenität, mit der Sie lernen, leben und arbeiten zu können. Auf dieser Basis sind Kooperationen mehr und mehr in der Lage, Ihre Kommunikation dialektisch zu erweitern, das Gemeinsame in den Mittelpunkt zu stellen, ohne Gefahr zu laufen, von Ihrer Unterschiedlichkeit überrascht und blockiert zu werden.

Um dies zu erleben, veranstalten wir zwei Tage lang einen kooperativen Workshop. Sehen wir uns am 19. und 20. Februar in Wien?

workshops.nw-partner.at

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