Fonts kaufen, erleichtert das Designernleben

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Plattform für gute, günstige Fonts: mykonos.com

Das waren doch Zeiten, als die Digitalisierung der Gestaltung noch in den Kinderschuhen steckte. Man hatte – im besten Fall – seinen Mac mit Pagemaker, Freehand und Photohop 2.0, also ohne Ebenen und eine Handvoll Schriften, die mit dem System mitgeliefert wurden.

Im Laufe der Monate bekam man dann über die Druckereien, mit denen man zusammenarbeitet, den einen oder anderen Font dazu. Mit einer großen Protion Glück, hatte ein Kunde tatsächlich die Hausschriften erworben und gab diese weiter. Manchmal, aber wirklich nur manchmal, brauchte man einen guten Abschreibposten und rang sich durch: Fonts kaufen. Und wenn ich an dieser Stelle „gut“ schreibe, dann meine ich so richtig gut. Fonts waren vor 20/25 Jahren auch so richtig teuer …

Fonts kaufen

Die Jahre zogen ins Land und mit ihnen die die Betriebssysteme. Sowohl Apple, als auch auf Windows entwickelte sich weiter, auch bei uns im Büro. Es ist knapp drei Jahre her, dass der erste unserer Macs der Meinung war, er möchte „mit dem alten Font-Krempel“ nicht mehr arbeiten. 🙂 Ja, mittlerweile gibt es so richtig chice Fonts, die (bei Mehrplatzlizenz) einmal gekauft, auf allen Plattformen funktionieren. Die Freude war groß, aber am Anfang kam auch der Schock, wussten wir doch, dass Fonts quasi einen richtig guten Abschreibposten darstellten.

Typoaffiner Designer

Abgesehen von Hard- und Software, die man ja laufend erneuert oder auf Cloud-Lösungen zurückgreift, schleppe ich als als typoaffiner Designer den Großteil der Schriften so mit. Was mache ich also? Mal vorsichtig schauen, welche Möglichkeiten es im Font-Bereich gibt: nämlich Fonts kaufen. Siehe da, es gibt unglaublich viele zu verdammt richtig teuren Preisen … und das hilft dann auch wieder wenig. Aus einer Laune heraus, habe ich uns dann bei einigen namhaften Herstellern und Vertrieben, wie fontshop, linotype oder myfonts registriert. Eigentlich nur um mich etwas up-to-date zu halten, was schöne Schriften betrifft. Ja und dann geschah es … irgendwann erreichte mich einer dieser Newsletter mit einem Tagesangebot für eine ganze wunderbare Schriftenfamilie. Zu erwerben um etwa € 50,– im Gegensatz zum regulären Preis von etwa € 600,–. Wow! Ein Schnäppchen für eine ganze Familie, neu programmiert, also mit weniger typografischen Wehwehchen, als mein alter Font. Vor allem mit so feschen Open-Type-Features wie Brüchen, Mediävalziffern und ähnlichem. Da schlägt das Herz doch höher, und der Designer gleich mal zu …

Seit diesem Newsletter, wurde jeder weitere aufmerksam gelesen und … mittlerweile kaufen wir im Schnitt jedes Monat eine, manchmal auch mehrere neue Schriftfamilien. Manchmal weil der Font einfach richtig gut für neue Projekte passt. Manchmal, weil wir alte Fonts ersetzen und unseren Kunden damit – in jedem Fall – saubere, zeitgemäße, typografische Lösungen anbieten können.

Was haben alle Neuanschaffungen gemeinsam?

Abgesehen davon, dass sich unsere Rechner – und damit die Designer – über technisch einwandfreie Fonts freuen. Wir kaufen die Fonts ausschließlich als Tagesangebote. Der Font wäre den Vollpreis natürlich wert, aber bei manchmal drei bis vier Anschaffungen im Monat würde das schon ordentlich ins Geld gehen.

Doch mag sich der aufmerksame Leser natürlich fragen, warum wir denn nicht auch im Fontbereich auf Cloudlösungen wie etwa von Adobe angeboten zurückgreifen. Nun, diese Lösungen können durchaus eine ganz sinnvolle Ergänzung zu den „eigenen“ Fonts darstellen. Ich bin, was Fonts betrifft Oldschool. So findet man hinter meinem zweiten „analogen“ Arbeitstisch – gleich hinter mir – noch die eine oder andere Lade mit Bleilettern. Die kann man, bei zu starken Entzugserscheinungen auch mal angreifen. Darum auch gekaufte Fonts, denn die Cloudlösungen sind vielleicht eine sinnvolle kurzfristige Lösung. Wenn das Abo endet, sind leider auch alle Schriften weg – und spätestens dann bricht das Typografenherz 🙂

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