Von der Einfachheit des Seins …

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Buchtitel Frank Berzbach

Lange haben wir darauf gewartet, aber vorweg für all jene, die ihn und seine Bücher nicht kennen: jede Minute Wartezeit auf ein Buch von Frank Berzbach zahlt sich aus. Wirklich!

Und so dürfen wir seit Ende Juni das dritte Werk des deutschen Philosophen genießen. Wie schon die beiden Vorgänger „Kreativität aushalten“ und „Die Kunst ein kreatives Leben zu führen“ ist auch „Formbewusstsein: Eine kleine Vernetzung der alltäglichen Dinge“ im Schmidt Verlag aus Mainz erschienen. Groß war die Vorfreude, haben doch auch die beiden zuvor erschienen Bücher das Denken und Tun in unserem Büro bereichert …

Einfachheit des Seins

„Formbewusstsein“ ist … der logische Nachfolger von „… kreatives Leben zu führen“. Interessanterweise ist es die wunderbare Weiterführung eines Spannungsbogens, der sich mittlerweile über drei Bücher erstreckt. War „Kreativität aushalten“ in den meisten Bereichen an Kreativschaffende gerichtet, hat Frank Berzbach die Zielgruppe bereits mit seinem zweiten Buch behutsam „erweitert“. Mit seinem dritten Werk spricht er jeden an, der sich schon mal über die Einfachheit des Seins Gedanken gemacht hat. Sprich, keineswegs nur „Kreativschaffende“ …

Liest man sich die Kurzinhalte auf manchen Online-Plattformen durch, mag man vielleicht denken : „Seltsames Buch. Liebeserklärung an das Leben? Esoterik …“ Völlig falsch gedacht! Frank Bernbach schafft es virtuos unseren Blick, unsere Gedanken auf die einfachen Dinge im Leben zu lenken. In – wie üblich – wunderbaren Worten lenkt er während des Lesens die Gedanken (des Lesers) hin zur Einfachheit, zum Alltäglichen. Bernbach verflechtet dies mit kurzen Geschichten aus der einen oder anderen Selbsterfahrung und macht sich selbst (als Autor) und die Thematik unglaublich menschlich, anfassbar, nachvollziehbar.

Um eines klar zu stellen: „Ich hatte als Leser nicht nur die Blumerl in der Augen und „schwebte verträumt“ durch die Seiten … aber die Inhalte fesseln – auf ihre besondere Art und Weise.“ Sei es, weil man sich plötzlich wieder in Bildern seiner Kindheit wiederfindet, weil ein simples mit Freude bereitetes Frühstück thematisiert wird. Sei es, weil der Autor dieses Beitrages vor seinem Termin seine Dr. Martens schnürt, kurz innehält und tausende Eindrücke und Geschichten sein Gesicht erhellen …

Reise zu sich selbst

Spielerisch verknüpft Frank Berzbach die alltäglichen Dinge. Ernährung, Kleidung, Medien, Liebe … Besitz. In sechs Kapiteln führt er den Leser durch den Alltag, der uns getrieben von – ja, vielleicht uns selbst – zu alltäglich, zu banal erscheint. Er verknüpft das Alltägliche zu einem großen Ganzen und erklärt, wie wir durch das bewußte Tun unser Denken, Fühlen und Handeln (positiv) beeinflussen. Und das funktioniert. Ohne erhobenen Zeigefinger und ohne jemals in die Abgründe eines „Selbsthilfebuches“ abzugleiten. Es ist ein einfaches Buch, bei dessen Lektüre mancher sagen wird: „Das ist doch eh klar!“. Mancher wird es zwischendurch weglegen und innehalten. Doch einer Wirkung kann sich keiner entziehen: „Formbewußtsein“ inspiriert die Reise zu sich selbst anzutreten. Einfach, weil man es tun möchte und während des Lesens schon mittendrin ist.

Auf dem Rückentext schreibt Frank Berzbach, wie unwichtig uns doch eine liebevolle Geste, ein gesundes Frühstück, einfach der Alltag gegen über diesem „one more thing“ erscheinen. Und mit jeder der knapp 200 Seiten, wächst im Leser das Bedürfnis nach einem achtsameren Umgang. Mit sich selbst, mit den Menschen und Dingen, die einen umgeben. Man versteht, dass uns nur dieser bewußte Umgang zu unserem persönlichen „one more thing“ führen kann – einem einfachen, zauberhaften Augenblick, der unserem Alltag, seine Besonderheit wiedergibt …

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