Die Fehde zwischen Berater und Kreativschaffenden! Wer wildert wo?

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Bildrechte: Joachim Kobuss

Dass Berater im Business der Kreativschaffenden/Designer wildern ist nicht neu und schon lange Grund für die Fehde zwischen beiden. Das Misstrauen gegenüber McKinsey & Co. ist so alt wie die Kritik über Marketing, Einkauf und Controlling. Die in letzter Zeit zu beobachtende Akquisition von Designagenturen und -büros durch Consultants verstärkt den Eindruck der (feindlichen) Übernahme.

Nicht nur durch die digitale Transformation – als Top-Priorität in immer mehr Unternehmen – sind die Berater ernst zu nehmen, auch die um sich greifende Verunsicherung über politische und wirtschaftliche Perspektiven verlangt nach Problemanalyse-, Lösungs- und Umsetzungs-Kompetenzen.

Möglichkeiten optimal nutzen

Nicht nur den Unternehmen, auch den Beratern wird immer mehr bewusst, dass eine rational juristische, ökonomische und technische Herangehensweise allein nicht zielführend ist. Die Erfahrung zeigt, dass dadurch Möglichkeiten nicht optimal genutzt werden können und Opportunitätskosten – also entgangene Erlöse, die dadurch entstehen, dass vorhandene Möglichkeiten zur Nutzung von Ressourcen nicht wahrgenommen werden – zunehmen.

Kreative Kompetenzen optimal nutzen

Dies hat nicht zu letzt auch zum Erfolg von Beratungsunternehmen wie IDEO wesentlich beigetragen. Die aus deren Umfeld entstandene Methode des »Design Thinking« hat in den letzten Jahren einen regelrechten Hype erzeugt. Ungeachtet der daraus resultierenden Confusion in Bezug auf den Beitrag der Designer, findet »Design Thinking« immer mehr Beachtung und praktische Anwendung. Demgegenüber steht allerdings auch eine zunehmende Verunsicherung über die Implementierung dieser Methode in die regulären Geschäfts- und Organisationsprozesse.

Neben den klassischen Beraterkompetenzen sind auch die kreativen Designerkompetenzen unverzichtbar.

Insbesondere diese Verunsicherung macht deutlich, dass neben den klassischen Beraterkompetenzen auch die kreativen Designerkompetenzen unverzichtbar sind. Erst durch die sinnfällige Kombination und Verbindung beider Kompetenzbereiche sind Voraussetzungen geschaffen, die es ermöglichen, Entwicklungsprozesse optimal zu beherrschen.

Erkenntnis kooperativ nutzen

Die Erkenntnis hat sich – wie eingangs erwähnt – offenbar bei den Beratern herumgesprochen. In folge dessen ist die Übernahme von Designern auf den ersten Blick logisch. Bei näherem Hinsehen allerdings, hat eine Übernahme einen wesentlichen Nachteil. Da diese in der Regel einen okkupierenden Charakter hat, ist sie wenig geeignet Motivation bei den Designern zu bewirken.

Nur eine gleichberechtigte Zusammenarbeit zwischen Beratern und Designern kann das kreative Potenzial entfalten, dass die Kooperation zwischen beiden gewinnbringend werden lässt.

Wie eine solche – gewinnbringende – Zusammenarbeit praktisch möglich ist, erarbeiten wir uns gemeinsam mit Beratern und Designern in unserem zweitätigen Workshop. Sehen wir uns am 19. – 20. Februar in Wien?

Foto © Uli Kreifels • 2009

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1 Kommentare

  1. Michael Throm sagt

    Lieber Herr Kobuss,

    Ihre Intention spricht mir und vielen anderen Designern aus unserer Fakultät aus dem Herzen – wir arbeiten in Pforzheim genau an solchen “Zusammenarbeiten”, die nicht in ‘feindlichen’ Übernahmen enden sollen. Zu finden ist eine Atmosphäre und eine Kultur des Respekts – das Anerkennen gegenseitiger Expertise. Einen Stein der Weisen gibt es – noch – nicht. Leider kann ich nicht nach Wien kommen, wünsche Ihnen aber ein gutes Gelingen Ihrer Veranstaltung. Sollte es eine Dokumentation geben (oder schlüsselhafte Erkenntnisse daraus) würde ich sehr gerne daran teilhaben; vielleicht ergibt sich auch eine Möglichkeit diese in unsere Fakultät einzubringen.

    Michael Throm
    Dekan der Fakultät für Gestaltung
    Pforzheim

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